Eine einfache Mischung aus Maisstärke und Wasser verhält sich friedlich, solange sie in Ruhe bleibt, doch bei plötzlichem Schlag versteift sie spürbar. Dieses scherverdickende Verhalten entsteht, weil Partikel sich kurzzeitig verklammern und Kraftketten bilden. Deshalb kann man darüber rennen, aber langsam einsinken.
Im Glas wirkt Ketchup zäh und unbeweglich, bis eine kleine Anregung ihn plötzlich zum Strömen bringt. Er ist scherentlastend, also bei höherer Scherrate dünnflüssiger. Darum funktioniert ein sanftes Klopfen an der richtigen Stelle besser als heftiges Schütteln, das Luftblasen fängt und Chaos erzeugt.
Stellen Sie sich Scherrate als das Tempo vor, mit dem Schichten einer Flüssigkeit aneinander vorbeigleiten. Je nachdem, wie Partikel interagieren, ändert sich die scheinbare Viskosität. Diese Dynamik erklärt fließende Ketchupfontänen, plötzlich verhärtetes Oobleck und zähes Verhalten von Cremes beim langsamen Rühren am Frühstückstisch.
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